Brandsaison in Australien: Das Leid wilder Tiere und die Antwort

13 Aug 2020

Die Waldbrandsaison 2019-2020 in Australien dauerte mehr als 240 Tage und hat über 1 Milliarde Tiere getötet. Wir haben dieses Jahr schon über manche der Schäden geschrieben, welche die Tiere in diesen Bränden erlitten hatten und wie ihnen geholfen wurde. Wir haben allgemeiner über as Leid von Tieren in Naturkatastrophen geschrieben und eine Studie über die Rettung von Tieren aus Bränden finanziert. Dieser Artikel baut diese Arbeit aus und untersucht, wie Tiere auf Brände reagieren und die Nachwirkungen überleben. Es werden auch politische Maßnahmen angesprochen, die das zukünftige Leid von wilden Tieren bei Bränden lindern könnten.

Brände sind eine Quelle von Leid für wilde Tiere, die natürlich durch Blitzeinschläge oder durch Menschen, entweder absichtlich oder versehentlich, verursacht werden kann. Menschliche Aktivitäten können auch die Chancen, dass ein Brand stattfindet, erhöhen. Die Auswirkungen der globalen Erwärmung, zum Beispiel, verursachen erhöhte Brandgefahr durch höhere Temperaturen und veränderte Wetterbedingungen.1

Während der Buschbrände von 2019-2020 in Australien, auch die Black Summer Brände oder die Brände des Schwarzen Sommers genannt, wurden geschätzte 40 Millionen Acres Land verbrannt2 und über eine Milliarde wilder Tiere getötet, obwohl die tatsächliche Zahl sicherlich viel höher ist, weil sie zwar die meisten Säugetiere, Vögel und Reptilien, aber keine Fledermäuse, Frösche, Fische oder wirbellosen Tiere beinhaltet.3 Die meisten dieser Tiere haben wahrscheinlich einen qualvollen Tod erlitten, da sie lebendig verbrannten oder der extremen Hitze und dem Rauch zum Opfer fielen.

Es leiden nicht nur die Tiere, die an den Bränden sterben. Unzählige andere Tiere erleiden furchtbare Verbrennungen und Verletzungen und brauchen danach monatelange umfangreiche Behandlung. Außerdem wurden die Lebensräume vieler wilder Tiere zerstört, und für die Überlebenden blieb wenig bis keine Nahrung, Wasser oder Unterkunft übrig. Dadurch sind sie anfällig für Hunger, Dehydration und intensiveren Wettbewerb um Nahrung und sie sind Raubtieren und den Naturelementen stärker ausgesetzt. Diese Tiere haben wenig Chancen langfristig zu überleben. Viele Jungtiere sind durch die Brände verwaist und können nicht allein in der Wildnis überleben.

 

Beispiele von Tieren, denen geholfen wurde

So verheerend die jüngste Buschbrandsaison auch war, sie hat viele Beispiele von Menschen, sowohl Individuen als auch Institutionen, hervorgebracht, die den Tieren, die von den Bränden betroffen waren, geholfen haben.

In diesem Video läuft eine Frau in einen Brand, um ein Koala zu retten und wickelt ihn in ihr Hemd. Sie hat den Koala Lewis genannt, nach einem ihrer Enkelkinder.

Leider wurde Lewis später aufgrund seiner ernsthaften Verbrennungen eingeschläfert. Wie wir in diesem Video sehen können, erlitt Lewis unglaubliche Schmerzen. In der Wildnis würde das bedeuten, dass er Stunden oder vielleicht sogar Tage voller Schmerzen erleiden würde, aber dank dieser Frau, konnte er stattdessen seine letzten Tage in Sicherheit und Geborgenheit verbringen.4

Nach den Feuern auf Kangaroo Island in Südaustralien, sind ein Teenager und sein Cousin auf der Suche nach verletzten Koalas durch die Gegend gefahren und brachten sie in ihrem Auto in Sicherheit. Dann haben sie die Koalas zu ihren Nachbaren, die Pfleger für wilde Tiere sind, gebracht.5 Ohne ihre Hilfe, wären diese Koalas wahrscheinlich an ihren Verletzungen oder an Nahrungs-und Wassermangel gestorben.

Tierrettungsgruppen und Krankenhäuser haben maßgeblich zur Hilfe von Australiens wilden Tieren während der Buschbrändekrise beigetragen. Wildlife Stations Shoalhaven in New South Wales (NSW) hat Nahrungs- und Wasserstationen für überlebende Tiere in von Buschbränden betroffenen Gebieten aufgestellt.6 Sydney Wildlife Rescue bietet noch immer Versorgung und Rehabilitation für alle Arten von vom Feuer betroffenen Vögeln, Reptilien und Säugetieren.7

Auch Regierungsorganisationen haben überlebenden Wildieren geholfen. Die Regierung von NSW hat Bürstenschwanz-Felskängurus mit Essen versorgt, indem sie tausende Pfund Gemüse an verbrannte Täler und Nationalparks lieferte. Sie planen diese Nahrungslieferungen durchzuführen bis die Umwelt sich genug erholt hat, um die Tiere wieder zu ernähren.8 In Victoria wurden Polizeidrohnen mit Infrarottechnologie in verbrannten Gebieten eingesetzt, um überlebende Koalas zu finden. Drohnenbilder wurden an Rettungsteams auf dem Boden gesandt und diese untersuchten die Tiere auf Verbrennungen und Verletzungen und boten ihnen Notversorgung.9

Außerdem haben viele Menschen den Tieren mit kleinen Aktionen geholfen – wie die Meldung von Verletzungen, das Bereitstellen von Schalen mit Wasser und das langsame Fahren durch von den Bränden betroffene Gebiete, um Kollisionen mit Tieren zu vermeiden. Es gibt auch zahlreiche Menschen auf der ganzen Welt, die Geld an Tierschutzgruppen und Notdienstleistungen gespendet haben, was notwendige Versorgung und medizinische Hilfe finanzierte.

 

Beispiele von Tieren, die Schaden erlitten

Leider gibt es in Australien auch Beispiele von Menschen, die den Tieren weiteres Leid zufügten.

Im Januar 2020 befürwortete die Regierung von Südaustralien eine Massentötung von wilden Dromedaren (auch Arabisches Kamel genannt), wodurch über 5000 Tiere erschossen wurden. Die Begründung für die Tötung war, dass Dromedare die Infrastruktur in örtlichen Gemeinden beschädigten, da sie, während der heißen und trockenen Wetterbedingungen vermehrt in von Menschen bewohnten Gebieten nach Wasser suchten. Dromedare wurden erstmals im 19ten Jahrhundert als Lasttiere nach Australien gebracht, aber mit der Erfindung von Autos und Zügen wurden die meisten von ihnen in die Wildnis freigelassen, wo sie für sich selbst sorgen mussten.10

Die Regierung von Westaustralien hat auch viele Jahre lang oft wilde Esel getötet und sie als „Schädlinge“ bezeichnet, die das Land beschädigen und sich von derselben Vegetation ernährten, wie die Tiere, die in der Landwirtschaft genutzt werden.11 Es wurde jedoch darauf hingewiesen, dass Esel vielleicht zur Reduktion der Verbreitung von Buschbränden beitragen, indem sie die Vegetation in Gebieten, die für andere Tiere schwer zugänglich sind, niedrig halten.1 Dies ist ein Forschungsgebiet, das für den Brandschutz vorteilhaft sein kann, aber bis jetzt wenig Aufmerksamkeit bekommen hat.

In einer Serie von verstörenden Ereignissen in Victoria wurden im März mehrere Flughunde mit Schusswunden und gebrochenen Knochen tot aufgefunden. In derselben Woche wurde eine Fledermaus, die sich in einem Obstbaum verfangen hatte, totgeschlagen. Manche der Tiere wurden mit Früchten in ihren Mäulern aufgefunden und es wird vermutet, dass sie getötet wurden, weil sie sich von den Früchten der Bäume ernährten. Geschätzte 100.000 Fledermäuse sind in den jüngsten Buschbränden in Australien gestorben, und da das Feuer ihre üblichen Nahrungs- und Neststätten zerstört hat, waren die, die überlebten, gezwungen, an anderen Orten nach Nahrung zu suchen.13

Mit heißeren Wetterbedingungen und der Erwartung von häufigeren, stärkeren Bränden in der Zukunft,14 werden wahrscheinlich auch mehr wilde Tiere in von Menschen bewohnte Gebiete ziehen, um nach überlebensnotwendigen Ressourcen zu suchen.

 

Brandsaison und Feuerregime

Brandsaisons sind die Jahreszeiten, in denen Brände am wahrscheinlichsten stattfinden. In verschiedenen Teilen Australiens variieren die Brandsaisons in Abhängigkeit mit dem Wetter. Zum Beispiel findet die Buschbrandsaison im Süden Australiens im Sommer und im Herbst statt, während die östlichen Regionen von Australien ihre Brandsaison im Frühling und im Sommer durchmachen.15 Der Begriff Feuerregime bezieht sich auf Muster und Tendenzen und beinhaltet die Jahreszeiten, Häufigkeit und Stärke von Bränden.16

Australien hat eine lange Geschichte von Buschbränden und viele seiner einheimischen Pflanzen und Tiere passen sich diesen Naturereignissenan. Aber die Ankunft von europäischen Siedlern im Jahr 1788 hat extreme Veränderungen für das Land und seine Nutzung mit sich gebracht, wie etwa intensive landwirtschaftliche Tätigkeiten und Holzfällaktionen. Dadurch veränderte sich auch das Regime der Brände und Buschbrände wurden häufiger und verbreiteten sich weiter.17

Es hat in vergangenen Jahren großflächige Brände in Australien gegeben. In Victoria verbrannten die Buschbrände im Jahr 1851 mehr als 12 Millionen Acres und fast 5 Millionen Acres wurden während der Buschbrände von 1939 verbrannt.18 Weidenbrände in Zentralaustralien haben in den Jahren 1974-75 über 245 Millionen Acre Land verbrannt, aber da Wiesenflächen weniger stark brennen als Feuer im Buschland, konnte sich das Land relativ schnell erholen.19

In Australien hat es in den letzten Jahrzehnten immer ernstere Brandbedingungen gegeben. Brände treten früher in der Saison auf undsind stärker als zuvor. Die Buschbrände in Victoria im Jahr 2009 waren so stark, dass der Forest Fire Danger Index (FFDI – Waldbrandgefahrindex) die neue Kategorie „catastrophic“ („katastrophal“) hinzugefügt hat, um Brandrisiken einzuordnen, die höher waren als was die existierende Skala messen konnte.20 Wie die jüngsten Ereignisse gezeigt haben, werden die Auswirkungen dieser Brandregimes in Zukunft noch schlimmer und haben verheerende Folgen sowohl für Menschen als auch nichtmenschliche Tiere.

 

Wie Tiere auf Feuer reagieren

Wilde Tiere in Australien reagieren auf vielfältige und einfallsreiche Weise auf die Bedrohung durch Feuer. Manche Tiere wie Kängurus, Wallabies, und Vögel fliehen vor Bränden. Dieses Video zeigt eine Gruppe von Kängurus, die vor einem Brand in NSW fliehen.

Wallabies bewegen sich oft entlang von Bächen, um dem Feuer zu entkommen und kehren manchmal um, um in bereits verbrannten Gebieten Zuflucht zu finden.21 Aber selbst Tiere, die sich schnell bewegen, können der Hitze und dem Rauch, die von großen Bränden erzeugt werden, zum Opfer fallen.

Koalas bewegen sich langsam und können nicht fliehen, also bleiben sie während eines Brandes in Bäumen, da sie dort den Großteil ihrer Zeit mit Ausruhen und der Ernährung durch Blätter verbringen.22 Daher sterben Koalas meistens oder erleiden fürchterliche Verbrennungen, wenn ein Feuer durch ihren Lebensraum verwüstet.

Andere Tiere suchen nach Zuflucht,um dem Feuer zu entkommen. Reptilien verstecken sich in Spalten und Bauen und östliche Braunschlangen verstecken sich oft in Löchern unter Bäumen.23 Baue von Wombats und Kaninchennasenbeutlern (Beuteltiere mit hasenartigen Ohren) geben während eines Brandes auch Zuflucht für viele andere Tiere, darunter Vögel, Reptilien, Wirbellose, und kleine Säugetiere.24 Baue können gute Zufluchtsorte sein, weil sie einen Puffer zwischen dem Tier und der Hitze des Feuers bieten, aber sie bringen auch das Risiko der Erstickung durch das Einatmen von Rauch mit sich.25

Ameisenigel vergraben sich im Boden und warten bis das Feuer über ihnen vorbei ist. Dies führt oft dazu, dass die Spitzen ihrer Stacheln verbrannt werden, aber diese können nachwachsen und die Tiere überleben meistens ohne permanente Verletzungen.26

Vor kurzem wurde eine Gruppe einsamer Leierschwänze beobachtet, die gemeinsam in einem Damm Zuflucht fanden, während in ihrer Nähe ein Feuer brannte. Die Anwesenheit mehrerer männlicher Vögel deutet darauf hin, dass sie viele Meilen zum Damm geflogen sind, da Männchen ihre eigenen Territorien haben. Es ist auch schon beobachtet worden, wie Leierschwänze in Löchern, Rinnen und unter nassen Decken mit Menschen Zuflucht fanden.27

Viele wirbellose Tiere können sich nicht schnell genug bewegen, um dem Feuer zu entkommen, daher müssen sie stattdessen Zuflucht finden. Die, die sich unterirdisch bewegen können, wie etwa Ameisen oder Termiten, haben die besten Überlebenschancen.28 Manche Raupen sind nachtaktiv und finden während des Tages in Ameisenlöchern Zuflucht, was ihnen im Fall eines Brandes Schutz gewährt.29 Andere Wirbellose, wie etwa Spinnen und Käfer, suchen in dicht bewachsenen Blättern von Pflanzen, die Sicherheit vor dem Feuer gewähren, Zuflucht.30 Schnecken suchen in Felsvorsprüngen oder in feuchten gefallenen Blättern Schutz, aber dies ist nicht immer wirkungsvoll, vor allem während großer, starker Brände.31

 

Überleben nach den Bränden

Den Tieren, die es schaffen, dem Feuer zu entkommen, stellt sich die Herausforderung, die neuen Bedrohungen, die danach kommen, zu überleben. Das Ausmaß der jüngsten australischen Buschbrände hat dazu geführt, dass es mehr Wettstreit zwischen den Tieren um die wenigen übrig gebliebenen Ressourcen gibt. Viele Tiere ziehen auf der Suche nach Nahrung und Wasser in von Menschen bewohnte Gebiete, was sie weiteren Bedrohungen durch Zusammenstöße mit Fahrzeugen, Angriffe durch Haustiere und Schüsse aussetzt. Ein Mangel an Vegetation führt dazu, dass kleine Tiere extrem schutzlos ohne Bodendeckung sind und manche Raubtiere nutzen Rauch als Zeichen, in verbrannte Gebiete zu ziehen, um andere Tiere zu jagen.32

Rauch stört das natürliche Verhalten vieler wilder Tierarten. Bienen werden in von Rauch gefüllten Umgebungen desorientiert, was es ihnen erschwert, den Weg zurück zu ihren Bienenstöcken zu finden.33 Rauch kann auch Lungenschäden verursachen, vor allem bei kleinen Säugetieren und Vögeln, welche im Vergleich zu ihrer Körpergröße große Mengen an Luft einatmen.34 Im Januar sind in Canberra neun Koonooms (australische Mäuse) aufgrund des Einatmens von Rauch von den Buschbränden im mehr als 30 Meilen entfernten New South Wales gestorben.35 Die Häufung von Asche und Ruß verursacht auch Probleme, wenn diese in Flüsse gelangen und den Lebensraum von Wassertieren sowie das Trinkwasser, das die Überlebenden brauchen, kontaminieren.36

Nach einem lebensbedrohlichen Ereignis wie einem Brand leiden viele Tiere an akutem Stress oder einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). PflegerInnen für wilde Tiere haben von traumatisierten Kängurus berichtet, die sich unberechenbar und aggressiv verhielten, sich weigerten zu essen und Schwierigkeiten hatten, sich zu beruhigen, selbst nachdem ihnen Beruhigungsmittel verabreicht wurden. Dies kann sich für Kängurus in Krankenhäusern oder anderen überdachten Räumen verstärken, weil sie starke soziale Verbindungen zu ihren Herden haben. Es wurden auch Kängurus in der Wildnis mit PTBS-Symptomen beobachtet, wie etwa übermäßige Wachsamkeit und ein Mangel an spielerischen oder nährenden Verhaltensweisen, die sie sonst zeigen würden. Solche Störungen können die Fähigkeiten eines Tieres, Verbindungen und Beziehungen zu anderen Tieren aufzubauen, beeinflussen und kann zu Myopathie (Muskelschäden durch Überanstrengung und Belastung) oder sogar zum Tod führen. Verwaiste Kängurujunge sind besonders anfällig für diese Störung.37

Manche Tiere haben Methoden nach einem Brand zu überleben. Stuart-Breitfußbeutelmäuse und Ameisenigel können Torpor herbeiführen (sie reduzieren ihre Körpertemperatur und ihren Stoffwechsel) um, während sie sich in ihren Bauen oder Zufluchtsorten verstecken, Energie zu sparen. Dies erhöht ihre Überlebenschancen, denn es bedeutet, dass sie weniger Essen und weniger Zeit für die Futtersuche brauchen, wenn sie, aufgrund des Mangels an Bodendeckung nach einem Brand, Raubtieren besonders ausgesetzt sind.38

Wombatbaue können außer Zuflucht auch Wasser für andere Tiere bieten. Auf einer von der Trockenheit betroffenen Farm in New South Wales haben Wombats mehrere Meter unter der Erde zu einer Wasserquelle gegraben und einen Brunnen kreiert, den eine Vielzahl an anderen Tieren gebrauchte, darunter Kängurus, Wallabies und Emus.39

 

Die besten Wege, Tieren in der Wildnis zu helfen

Die jüngsten Buschbrände in Australien haben manche der besten Maßnahmen, mit denen man Tieren in der Wildnis helfen kann, gezeigt, aber auch Wege, um diese zu verbessern und zu versichern, dass man den Tieren nicht noch mehr Leid zufügt.

Wenn Tiere in bewohnte Gebiete kommen, können Menschen ihnen geben, was sie brauchen. Dies kann so einfach sein, wie das Hinausstellen von Behältern mit Wasser und das Pflanzen von Bäumen und Grass auf eigenem Boden. Es wurden online viele Bilder von Menschen, die Koalas Wasser aus Flaschen gaben, gepostet, aber ein Tierarzt hat geraten, den Tieren lieber aus Schüsseln oder aus den Händen Wasser zu geben, damit diese in ihrem eigenen Rhythmus trinken können. Wenn die Tiere viel zu schnell trinken besteht die Gefahr, dass Wasser in die Lungen des Tieres gelangt.40

Es gibt auch Möglichkeiten überlebenden Tieren in abgelegenen Gebieten zu helfen, die Mittel zu bekommen, die sie benötigen wie die Futterlieferungen der Regierungen und die Futter- und Wasserstationen, die Wildlife Stations Shoalhaven aufgestellt haben. Die Organisation Arid Recovery hat einen Trinkbrunnen entwickelt, der für weniger als 30 Dollar mit Dingen aus demBaumarkt gemacht werden kann und hat Anweisungen zu ihrer Zusammenstellung auf ihrer Website gepostet. Eine Vielzahl an Säugetieren, Vögeln und Reptilien sind beobachtet worden, wie sie diese Trinkbrunnen in einem Naturreservat in Südaustralien benutzten.41 Die Aufstellung und Nachfüllung dieser Stationen in von den Buschbränden betroffenen Gebieten könnte für manche Tiere den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten.

Unterkunft ist ein weiteres wichtiges Element zum Überleben der Tiere und wir haben Beispiele von Menschen, die Tieren diese boten, gesehen, wie etwa Rettungszentren und die Häuser von TierpflegerInnen. Aber Tiere, die in ihrer verbrannten Umgebung bleiben, vor allem kleinere Tiere, brauchen Schutz vor Raubtieren und extremen Wetterbedingungen. Einfache Strukturen aus flexiblem Draht und Stoff haben sich als effektive Unterkünfte für Tiere in verbrannten Landschaften gezeigt und wurden von Nagetieren, Reptilien und am Boden lebenden Vögeln genutzt. Lange Teile dieser Strukturen können genutzt werden, um Flecken verbleibender Vegetation miteinander zu verbinden undauf dieselbe Art und Weise wie Bodenvegetation Schutz vor Raubtieren zu bieten.42 Menschen könnten auch künstliche Baumhohlräume und Baumstämme als Zufluchtsorte bauen, da diese viele Jahrzehnte benötigen um natürlich zurückzuwachsen und notwendig für das Überleben mancher Tiere sind.43

Es ist sehr wichtig, dass in den Tagen und Wochen nach einem Buschbrand Gebiete gründlich nach überlebenden Tieren, die medizinische Versorgung, Nahrung und Wasser brauchen, durchsucht werden. Wir haben viele Beispiele von Menschen, die Tieren in dieser kritischen Zeit helfen, aber mehr könnte getan werden, um sicherzustellen, dass Überlebende gefunden werden. Obwohl die Regierung von Victoria ihre eigenen Rettungsteams in von den Bränden betroffene Gebiete geschickt hat, hat sie anderen qualifizierten Gruppen und Personen, die den Tieren helfen wollten, den Zugang verweigert.44 Die Regierung besteht darauf, dass sie nur ihre eigenen Teams, die das nötige Training absolviert haben, in diese Gebiete schickt, und lässt aufgrund von Sicherheitsbedenken niemanden sonst rein.45 Aber da es so große Flächen von verbranntem Land zu decken gilt, bedeutet die Abweisung von qualifizierten Menschen, die helfen wollen, dass viele wilde Tiere unnötigerweise mehr Leid ertragen müssen.

 

Maßnahmen, um Tiere in Australien und in anderen Ländern zu helfen

In Australien existieren rechtliche Maßnahmen für Naturkatastrophen auf der Staatenebene und die Inklusion von Tieren in Brandmaßnahmen variiert von Bundesstaat zu Bundesstaat. Vor den Bränden in Victoria im Jahr 2009 waren die einzigen Tiere, die in die Planung für die Katastrophenhilfe inkludiert waren, die, die in der Landwirtschaft gebraucht wurden und manche Bundesstaaten haben noch immer keine Erwähnung von wilden Tieren in ihren Maßnahmeplänen. Wo Pläne wilde Tiere doch miteinbeziehen, tendieren die Regierungen dazu, sich auf bedrohte Arten oder Arten, die besondere Aufmerksamkeit genießen, wie etwa Koalas, zu fokussieren, während andere Tiere auf die Hilfe von Tierschutzgruppen und PflegerInnen angewiesen sind.46 Dies betrifft besonders Victoria, wo Nichtregierungsgruppen der Zugang zu betroffenen Gebieten verweigert wird. Dies zeigtden Bedarf an zwischen Regierung und Nichtregierungsgruppen koordinierten Rettungsaktionen, um die Wirksamkeit solcher Aktionen zu maximieren.47

Die australische Bundesregierung hat 50 Millionen Dollar zur Unterstützung von Notrettungen wilder Tiere von Buschbränden bereitgestellt und das beinhaltet auch Finanzierung für Rettungsgruppen.48 Staatsregierungen haben zusätzliche Gelder und Finanzierung zur Verfügung gestellt, um Tierschutzgruppen und PflegerInnen, die sich um von den Buschbränden betroffene Tiere kümmern, zu unterstützen.49 Obwohl diese Gelder PflegerInnen kurzzeitige finanzielle Unterstützung geben, werden sich Nahrungs-, Strom-, und medizinische Ausgaben weiterhin häufen, da manche Tiere viele Monate lang behandelt werden müssen bis sie vollkommen genesen sind, während andere permanente Verpflegung brauchen werden. Viele Rettungsgruppen und Individuen sind auf Spenden angewiesen um diese Ausgaben zu decken oder bezahlen sonst selbst dafür.50 Daher würde es PflegerInnen von wilden Tieren helfen, wenn die australische Regierung ihnen laufende Finanzierung zur Verfügung stellen würde, um sicherzustellen, dass von den Bränden betroffene Tiere die Pflege und Rehabilitation bekommen, die sie brauchen.

Ehemalige Leiter von Feuerwehr und Rettungsdiensten haben an die Regierungen von Bundesstaaten und Territorien appelliert, um die Finanzierung zur Linderung von Buschbränden zu erhöhen.51 Laut RettungsdienstmitarbeiterInnen in Victoria und New South Wales, sind Blitzeinschläge die wahrscheinlichste Ursache für die jüngsten Großbrände in Australien. Diese finden in abgelegenen Gebieten nach Stürmen statt, während Fälle von Brandstiftung näher an städtischen Gebiete vorkommen.52 Aber ob sie nun natürlich oder durch Menschen entzündet werden, fügen alle Brände Tieren furchtbares Leid zu, und daher müssen alle möglichen Maßnahmen zur Minimierung ihrer potenziellen Zerstörungskraft getroffen werden.

 

Schlusswort

Wie an ihren Aktionen in der jüngsten Buschbrändekrise zu sehen ist, kümmern sich viele Menschen um wilde Tiere und wir können ihnen auf verschiedene Weise helfen. Feuer und Trockenheit bringen allen wilden Tieren Leid,Sie unterscheiden nicht zwischen Tieren verschiedener Arten undwir sollten das auch nicht tun, wenn es darum geht, ihnen zu helfen.


Weiterführende Literatur

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Fußnoten

1 Bureau of Meteorology (2020) „Bushfire weather“, Fire Weather Knowledge Centre [aufgerufen am 2. Februar 2020].

2 Gourlay, C.; Leslie, T.; Martino, M. & Spraggon, B. (2020) „How heat and drought turned Australia into a tinderbox“, ABC News, 18 Feb [aufgerufen am 19. Februar 2020].

3 The University of Sydney (2020) „More than one billion animals killed in Australian bushfires“, News & Opinion, 8 January [aufgerufen am 2. Februar 2020].

4 Ciccarelli, R. (2019) „Lewis, the koala rescued from a ferocious NSW bushfire has died“, Nine News, 26 November [aufgerufen am 1. Februar 2020].

5 Jung, K. (2020) „The heartwarming stories amid the devastation of the SA bushfires“, The Advertiser, 8 January [aufgerufen am 2. Februar 2020].

6 Clifford, J. (2020) „Starving, thirsty Australian wildlife on NSW south coast get bushfire relief of their own“, ABC News, 1 Feb [aufgerufen am 12. Februar 2020].

7 Stockwell, S. (2020) „Animal bushfire refugees might not be able to return to their habitats for months“, ABC News, 27 Jan [aufgerufen am 1. Februar 2020].

8 Dewey, I. (2020) „Operation Rock Wallaby food drops to save endangered animals after fires“, Nine News, 12 January [aufgerufen am 1. Februar 2020].

9 Gimesy, D. (2020) „Drones and thermal imaging: Saving koalas injured in the bushfires“, The Guardian, 11 February [aufgerufen am 27. Märs 2020].

10 Price, J. (2020) „Thousands of camels culled in APY Lands despite opposition from animal rights activists, camel meat industry“, ABC News, 17 Jan [aufgerufen am 31. Januar 2020].

11 Parks and Wildlife Service (2014) „Camels in Western Australia“, Pests & Diseases [aufgerufen am 26. Februar 2020].

12 Department of Primary Industries and Regional Development (2014) „Feral donkey“, Pest animals [aufgerufen am 18. April 2020].

13 Brann, M. (2018) „Wild donkeys in Kimberley scientific trial in the sights of aerial shooters“, ABC News, 22 May [aufgerufen am 31. Januar 2020].

14 Tuffield, R. & Maunder, S. (2020) „Vulnerable grey-headed flying foxes shot and bashed in regional Victoria“, ABC News, 9 Mar [aufgerufen am 27. Märs 2020].

15 Climate Council (2019) „‘This is not normal’: Climate change and escalating bushfire risk“, Reports, 12 November [aufgerufen am. 24 Februar 2020].

16 Bureau of Meteorology (2020) „Bushfire weather“, op. cit.

17 Garvey, N.; Ben-Ami, D.; Ramp, D. & Croft, D. B. (2010) „Survival behaviour of swamp wallabies during prescribed burning and wildfire“, Wildlife Research, 37, pp. 1-12.

18 Ross, M. & Quince, A. (2020) „The history of fire in Australia — and how it can help us face the bushfires of the future“, ABC News, 9 Feb [aufgerufen am 10. Februar 2020].

19 Burrows, N. D.; Ward, B. & Robinson, A. D. (1995) „Jarrah forest fire history from stem analysis and anthropological evidence“, Australian Forestry, 58, pp. 7-16.

20 Forest Fire Management Victoria (2020) „Past bushfires“, History and Incidents [aufgerufen am 4. April 2020].

21 Australian Academy of Science (2020) „The Australian bushfires—why they are unprecedented“, News and media releases, 3 February [aufgerufen am 10. Februar 2020].

22 Climate Council (2019) „‘This is not normal’: Climate change and escalating bushfire fisk“, op. cit.

23 Garvey, N.; Ben-Ami, D.; Ramp, D. & Croft, D. B. (2010) „Survival behaviour of swamp wallabies during prescribed burning and wildfire“, op. cit.

24 Divljan, A.; Eldridge, M. & Moussa, R. (2014) „Koala (Phascolarctos cinereus) – fact sheet“, Australian Museum, May [aufgerufen am 12. Februar 2020].

25 Forbes, T. & Larkins, D. (2015) „Fire drives deadly brown snakes into Gold Coast suburbs“, ABC News, 25 Nov [aufgerufen am 3. Februar 2020].

26 Lewis, D. (2020) „‘Deathly silent’: Ecologist describes Australian wildfires’ devastating aftermath“, Nature, 10 January [aufgerufen am 8. Februar 2020].

27 Dawson, S. J.; Broussard, L.; Adams, P. J.; Moseby, K. E.; Waddington, K. I.; Kobryn, H. T.; Bateman, P. W. & Fleming, P. A. (2019) „An outback oasis: the ecological importance of bilby burrows“, Journal of Zoology, 308, pp. 149-163.

28 Whelan, R. J. (1995) The ecology of fire, Melbourne: Cambridge University Press.

29 McNaughton, J. & Irving-Guthrie, A. (2020) „Australian animals’ bushfire survival tactics save many, but some species are dying en masse“, ABC News, 17 January [aufgerufen am 2. Februar 2020].

30 Millington, B. (2020) „‘Solitary’ lyrebirds band together to save themselves in ‘incredible’ show of unity under bushfire threat“, ABC News, 29 January [aufgerufen am 31. Januar 2020].

31 Lewis, D. (2020) „‘Deathly silent’: Ecologist describes Australian wildfires’ devastating aftermath“, op. cit.

32 New, T. R.; Yen, A. L.; Sands, D. P. A.; Greenslade, P.; Neville, P. J.; York, A. & Collett, N. G. (2010) „Planned fires and invertebrate conservation in south east Australia“, Journal of Insect Conservation, 14, pp. 567-574.

33 Brennan, K. E. C.; Moir, M. L. & Wittkuhn, R. S. (2011) „Fire refugia: The mechanism governing animal survivorship within a highly flammable plant“, Australian Ecology, 36, pp. 131-141.

34 Ray, E. J. & Bergey, E. A. (2015) „After the burn: Factors affecting land snail survival in post-prescribed-burn woodlands“, Journal of Molluscan Studies, 81, pp. 44-50.

35 McNaughton, J. & Irving-Guthrie, A. (2020) „Australian animals’ bushfire survival tactics save many, but some species are dying en masse“, op. cit.

36 Ibid.

37 Cope, R. B. (2014) „Overview of smoke inhalation“, Merck Veterinary Manual, December [aufgerufen am 11. Mai 2020].

38 Midena, K. (2020) „Native Australian smoky mouse becomes first species to be killed from bushfire smoke inhalation“, ABC News, 27 February [aufgerufen am 27. Februar 2020].

39 McNaughton, J. (2020) „Bushfire debris turns Gippsland’s Tambo River to sludge, suffocating eels“, ABC News, 23 Jan [aufgerufen am 8. Märs 2020].

40 Garlick, S. & Austen, R. (2014) „Post-traumatic stress disorder in kangaroos“, Australian Wildlife Rehabilitation Conference, May 20-23 [aufgerufen am 27. Februar2020].

41 Stawski, C.; Körtner, G.; Nowack, J. & Geiser, F. (2015) „The importance of mammalian torpor for survival in a post-fire landscape“, Biology Letters, 11 (6) [aufgerufen am 9. Märs 2020].

42 Nowack, J.; Cooper, C. E. & Geiser, F. (2016) „Cool echidnas survive the fire“, Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences, 283 (1828) [aufgerufen am 10. Februar 2020].

43 Millington, B. (2020) „Wombat water hole proving popular in drought-ravaged Hunter Valley“, ABC News, 6. Februar [aufgerufen am 8 February 2020].

44 Gorman, M. (2020) „How to help koalas and bees in bushfire and drought-affected areas“, ABC News, 17 January [aufgerufen am 27. Februar 2020].

45 Arid Recovery (2020) „How to make a water fountain“, Arid Recovery, Blog, 8 January [aufgerufen am 8. Februar 2020].

46 Johnson, S. (2019) „After bushfires this ‘low-tech’ shelter could protect small native animals from being preyed on by feral cats, foxes“, ABC News, 3 December [aufgerufen am 12. Februar 2020].

47 Hussey, P. (2005) “Tree hollows and wildlife“, Wildlife Notes, 15, pp. 1-2.

48 Dahlstrom, M. (2020) „‘Go back home’: NZ vet turned away from helping fire-affected Aussie wildlife“, Yahoo News Australia, 4 February [aufgerufen am 4. Februar 2020].

49 State Government of Victoria (2020) „Wildlife emergencies“, Environment, Land, Water and Planning, 18 January [aufgerufen am 15. Februar 2020].

50 Duratovic, T. (2012) „Natural disasters in Australia – are animals considered?“, Australian Wildlife Rehabilitation Conference [aufgerufen am 22. Februar 2020].

51 State Government of Victoria (2020) „Wildlife emergencies“, op. cit.

52 National Bushfire Recovery Agency (2020) „Assistance for Australian wildlife affected by the bushfires factsheet“, Recovery Assistance, 5 March [aufgerufen am 29. April 2020].

53 Department for Environment and Water (2020) „Funds for wildlife groups“, Environment SA News, 08 January [aufgerufen am 3. Mai 2020].

54 Stockwell, S. (2020) „Animal bushfire refugees might not be able to return to their habitats for months“, op. cit.

55 Emergency Leaders for Climate Action (2019) „Australia unprepared for worsening extreme weather“, Statement [aufgerufen am 24. Februar 2020].

56 Gordon, J. & Arampatzi, C. (2020) „Peter Dutton says 250 have been charged with arson. But the data tells a different story“, ABC News, 17 Feb [aufgerufen am 18. Februar 2020].